Was sagt die Bibel darüber?

Seit Menschengedenken sucht der Mensch als Geschöpf Gottes den geistlichen Kontakt zu seinem Lebengeber. Er sucht Antworten auf Fragen: Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich? Er richtet seine Blicke nach oben und sehnt sich nach Führung und Orientierung.

Diese mit dem Menschen so verwachsene Sehnsucht nach übergeordneter, höherer Weisung ist selbst noch in der abgrundtiefsten Gottesferne erkennbar. Zahllose Ersatzreligionen, Philosophien, Ideologien und Götzenkulte etc. sind letztlich nichts anderes als nichtige Lückenbüßer, die mehr oder weniger Restbestände spiritueller Bedürfnisbefriedigung auffüllen sollen. Allerdings, wenngleich sich der Großteil der Welt von Gott abgewandt hat, so ist dennoch die Linie der getreuen, wahren Anbeter durch die Menschheitsgeschichte hindurch erhalten geblieben. Diese erlangten schließlich mit dem Erlösungswerk des Herrn Jesus Christus neue und kraftvolle Impulse, indem er die wahre Anbetung ‚im Geist und in der Wahrheit´ ausdrücklich herausstellt und mit den Irrungen, Hirngespinsten und Missverständnissen falscher Anbetung ein für alle Mal aufräumt. 

Johannes 4, 23-24
Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Ja, Gott ist Geist, und ganz offensichtlich war es von Anfang an Gottes Wille, dass wir Menschen – so wir ja in Seinem Bilde geschaffen wurden – diesem unsichtbaren Band der Zuneigung und Hinwendung mit Geist und Wahrheit begegnen müssen. Hiermit kommt gewiss auch zum Ausdruck, dass Leben ohne Gott nicht möglich ist und dass wir de facto in unmittelbarer Abhängigkeit vor Gott stehen. Ja, wer durch Gebet und Flehen mit Danksagung seine Anliegen vor Gott kundwerden lässt, dessen Herz und Gedanken werden bewahrt in Jesus Christus durch den Frieden Gottes, der allen Verstand übersteigt. So sichert es uns die Heilige Schrift zu (Vergl. Phil 4,6-7).
Im Gegensatz dazu bezeugt die unheilvolle, düstere Menschheitsgeschichte, dass Abkehr von Gott Niedergang, Verderben und Unfrieden zur Folge hat. Treffend heißt es in Sprüche 15,29: „Der Herr ist fern von den Gottlosen, aber das Gebet der Gerechten erhört er“. So ist ein Schrei zu Gott geradewegs das Kennzeichen einer Seele, die wahrhaft zu ihm umkehrt. In Psalm 39,13 lesen wir: 

Psalm 39,13
Herr, höre mein Gebet und vernimm mein Schreien! Schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Fremdling bei dir, ein Gast wie alle meine Väter.

Man kann das Gebet durchaus als den glaubensvollen Umgang eines abhängigen Menschen mit Gott umschreiben, also ein von Gott geschaffenes segensreiches Privileg, um Anliegen vor Ihm kundwerden zu lassen. In diesem Sinne werden in der Bibel je nach Kontext verschiedene Wörter und Bedeutungsabwandlungen davon verwendet (z. B. bitten, erbitten, flehen…). Immer jedoch gilt der Grundsatz, also das unumstößliche oberste Gebot, dass Anbetung ausschließlich Gott gebührt! Diese an das Volk Israel gerichtete göttliche Weisung gilt selbstverständlich für alle Menschen!

2.Mose 20, 3-4
Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 6 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

Dieses oberste Gebot bezeugt Jesus Christus während seiner Versuchung durch den Satan mit den Worten „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!“ (Mat 4,10). Allerdings erfahren wir auch aus der Heiligen Schrift, dass Bitten und Gebete zu dem Herrn Jesus Christus als Sohn Gottes in Verbindung mit dem, worüber er als Verwalter gesetzt ist, möglich sind. 

Herr, lehre uns beten

Bereits Jesu Jünger fragten nach Gott wohlgefälligem Gebet, indem Sie baten: Herr, lehre uns beten (Vergl. Luk 11,1). Jesu Antwort gibt uns Aufschluss über das aufrichtige Gebet, das sich auf jeden Fall von oberflächlichen Äußerungen unterscheiden sollte. 

Matthäus 6, 5-14
Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen. 6 Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.

Folgende Merkmale werden hervorgehoben

Danach stellt uns der Herr Jesus Christus sein Gebet als Orientierungshilfe vor:

Das Gebet ´Vater unser´

Matthäus 6, 9-13
Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden11 Gib uns heute unser tägliches Brot. 12 Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Im Mustergebet `Vater unser´ werden uns alle wesentlichen Gebetsanliegen in vollendeter Dichtung (Verdichtung der Sprache) eines Gebets vorgestellt. Die Verbundenheit mit Gott als unserem Vater und Lebengeber wird vorangestellt. Sie soll uns auch vor Augen führen, dass wir absolut und uneingeschränkt von Gott abhängig sind.

Für wen sollen wir beten?

Bezeichnungen fürs Gebet in der Bibel

Zwölf verschieden Wörter kommen im Alten Testament für Beten mit jeweils verschiedenen Schattierungen vor; im Neuen Testament acht (z.B. bitten, flehen, fragen, erbitten, begehren…).        

Gebetshaltungen, Zeit, Ort, Dauer und Anzahl von Gebeten

In der Heiligen Schrift finden wir für den einzelnen in Christus Gläubigen keine konkreten Anweisungen zur Gebetshaltung, Gebetsdauer, zu Anzahl von Gebeten und zu bestimmten Gebetsorten, wenngleich sich lokale Gemeinden und/oder Hauskreise an selbstgewählten Versammlungsorten zusammenfinden, um gemeinsam Gottesdienst abzuhalten und anzubeten. Überblicksmäßig können wir jedoch festhalten, dass das Gebet weder an Formalismen noch an spezielle Rituale gebunden ist. Nachstehend einige biblische Beispiele:

Worum dürfen wir beten?

Im Prinzip um alles, was im Einklang mit dem Willen Gottes steht. Auch hier gilt der Grundsatz: Gott weiß um unsere Lebensumstände. Allerdings sollte uns bewusst sein, dass das Gebet eines Gläubigen ebenso als eine Art Priesterdienst zur Ehre und Verherrlichung Gottes zu verstehen ist (Vergl. 1.Pet 2,5). Insofern sollten im Gebet Danksagungen und Lobpreisungen einen entsprechenden Raum einnehmen. 

1. Johannes 5,14-15
Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, daß er uns hört, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten. 15 Und wenn wir wissen, daß er uns hört, um was wir auch bitten, so wissen wir, daß wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.

Gott erhört Gebet und ermutigt zu Gebet! Jedoch müssen Bitten und Gebete im Glauben sein, wenn der Betende empfangen möchte. 

Matthäus 21, 22
Und alles, was ihr glaubend erbittet im Gebet, das werdet ihr empfangen!

Jakobus 1,6
Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin- und hergeworfen wird.

Weiters regt uns die Heilige Schrift an, beharrlich und unablässig zu beten:

1. Thessalonicher 5,17
Betet ohne Unterlaß [beständig]!

Römer 12,12
Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!

Der Lohn des Gebets

Matthäus 7,7-8
Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.

Philipper 4,6
Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

Johannes 16,24
Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird!

Im Namen des Herrn Jesus Christus beten

Aus der Heiligen Schrift erfahren wir, dass die Jünger Jesu und Gläubige ihre Gebete im Namen oder durch Jesus Christus, der ja  in seiner Gottes-Sohnschaft als Mittler (Hohepriester) zwischen Mensch und Gott eingesetzt ist, richteten. Diese Gepflogenheit wird bis heute bewahrt. 

Johannes 15,16
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was auch immer ihr ihn bitten werdet in meinem Namen.

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