Was sagt die Bibel darüber?

In der Heiligen Schrift wird für Glaube vor allem das griechische Wort pistis verwendet, das mit „feste Überzeugung, Glaube, Treue“ wiedergegeben wird. Hiermit ist ein bewusstes Vertrauen auf Gott und sein Wort – insbesondere auf Gottes Offenbarung über den Herrn Jesus Christus und sein Erlösungswerk – gemeint.

Glaube ist also weitaus mehr als lediglich ein verstandesgemäßes Anerkennen von Wahrheiten, sondern er schließt unbedingt eine persönliche Beziehung zu Gott und seinen Sohn Jesus Christus mit ein. Deshalb ist Glaube auch untrennbar mit einer Herzenshaltung verbunden, die sich letztlich auf Leben und Handeln des Gläubigen auswirkt. Das, was geglaubt wird, lässt sich als Glaubensgut bezeichnen, also die gesunde Lehre des Wortes Gottes. Hiermit sind vor allem die Inhalte des Glaubens, nämlich die unverfälschte und unverdorbene Lehre der apostolischen Offenbarung, gemeint. Wie wichtig es ist, das Glaubensgut zu bewahren, ja es wie einen anvertrauten Schatz zu hüten, zu verteidigen und hierfür entschieden zu kämpfen, lesen wir im Judas-Brief:

Judas 1,3
Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, daß ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist.

Die Heilige Schrift bringt Glaube unverkennbar mit Wahrheit, Erkenntnis, Zuversicht, Überzeugung, Hoffnung, Buße und Bekehrung in Verbindung. Im ersten Korinther-Brief stellt der Apostel Paulus den Glauben sogar als eine der tragenden Säulen der Vervollkommnung dar. 

1.Korinther 13,13
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.

Im Hebräer-Brief wird Glaube als feste Zuversicht und Überzeugung von Tatsachen verständlich gemacht, obwohl man sie mit bloßem Auge nicht sieht, damit wir erkennen und verstehen lernen, dass Gott sowohl das Sichtbare als auch das Unsichtbare geschaffen hat. Beides ist jedoch Schöpfungsrealität. Glaube jedoch zielt insbesondere auf das Unsichtbare ab (Vergl. 2. Korinther 4,18, Kol 1,16).

Hebräer 11, 1-6
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. 2 Durch diesen haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten. 3 Durch Glauben verstehen wir, daß die Welten [Weltzeiten] durch Gottes Wort bereitet worden sind, so daß die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.

Wahrheit, Erkenntnis und Glaube

Aus dem Paulus-Brief an Titus 1,1 erfahren wir, dass die Erkenntnis der Wahrheit der Gottesfurcht entspricht. Will man demnach das Wesen des Glaubens ergründen, so ist es unbedingt notwendig, ein offenes Ohr für Gottes ewiges Wort der Wahrheit bereitzuhalten, das schließlich in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus die vollkommene Entfaltung erfährt. So sollten wir bestrebt sein, nach besagter Erkenntnis der Wahrheit, beständig Ausschau zu halten, in ihr zu wachsen und sie zu vertiefen.

2. Petrus 3,18
Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.

Die Bibel berichtet uns eingehend von gottesfürchtigen, in Erkenntnis der Wahrheit handelnden, Männern und Frauen und ihren Glaubenszeugnissen, die folglich im Heilshandeln Gottes einen festen Platz einnehmen durften (z. B. Abel, Henoch, Noah, Abraham…). Für uns dienen die Berichte als Vorschattungen künftiger Ereignisse, als Beispiele und zum besseren Verständnis der heilsgeschichtlichen Zusammenhänge. Hierbei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Heilige Schrift erst mit Mose ihren Anfang nahm, weswegen die Gläubigen des Altertums noch nicht auf das vollständige Offenbarungswort Gottes, also die Bibel in ihrer Gesamtheit, zurückgreifen konnten. Für sie war der unerschütterliche Glaube an den Schöpfergott maßgeblich. 

Das Beispiel Noah bezeugt große Gottesfurcht, somit 
Erkenntnis der Wahrheit, und festen Glauben. Dadurch wurde er und seine Familie gerettet und zu einem Erbe der Gerechtigkeit. Der Bestand der gesamten Menschheitsfamilie nach der Sintflut beruht faktisch auf dem Glauben an Gott und somit der Errettung der Familie Noahs. Ebenso wurde dem Stammvater Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet, weil er im Gottvertrauen bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern (Vergl. Röm 4,9).

Hebräer 11,7 
Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen hatte über die Dinge, die man noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses; durch ihn verurteilte er die Welt und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens.

Glauben, dass Gott ist.

Hebräer 11,6
Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muß glauben, daß er ist, und daß er die belohnen wird, welche ihn suchen.

Auf der Suche nach Gott und Erkenntnis der Wahrheit geleitet uns die Heilige Schrift durch zahlreiche ermunternde geschichtliche Begebenheiten, Weisheiten, Erfahrungen und Denkanstöße, so zum Beispiel ein Auszug aus einem Gebet der Leviten im Buch Nehemia: 

Nehemia 9,6
Du bist der Herr, du allein! Du hast den Himmel gemacht, aller Himmel Himmel samt ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was auf ihr ist, die Meere und alles, was in ihnen ist. Du erhältst alles am Leben, und das Heer des Himmels [Engel] betet dich an.

Viele Bibelverse aus den Psalmen des Königs David bezeugen tiefe Sehnsucht nach Gottesnähe, wahrheitsgemäßer Anrufung und göttlicher Wegweisung. 

Psalm 86,11
Weise mir, Herr, deinen Weg
, damit ich wandle in deiner Wahrheit; richte mein Herz auf das Eine, daß ich deinen Namen fürchte!

Psalm 145,18
Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen;

Der Apostel Paulus wiederum stellt den Zusammenhang zwischen Nachdenken und Wahrnehmung der erschaffenen Werke her. Die Schlussfolgerung ist die ewige Kraft und Gottheit, die aus dem Unsichtbaren und uns Verborgenen das Sichtbare wirkt.

Römer 1,20
denn sein [Gottes] unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben.

Jesus Christus - Anfänger und Vollender des Glaubens

Der Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes selbst, ist der Anfänger und Vollender des Glaubens. Mit ihm und durch ihn hat Gott den Heilsplan für den in Sünde gefallenen Menschen aufgerichtet. Er ist das Ziel und die Vollendung des Gesetzes (Röm 10,4). Er ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29).

Hebräer 12,2
indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.

Mit dem vollkommenen Sühnopfer Jesu Christi wird der Macht der Sünde die mächtigere Macht der Gnade Gottes entgegengewirkt (Vergl. Röm 5,20). Voraussetzung jedoch ist der Glaube an Jesus Christus (Joh 3,16), an sein Sühnopfer durch den Kreuzestod und an seine Auferstehung und Himmelfahrt. Er sichert uns den Lohn des Glaubens zu, der schließlich als Krönung durch die Gnade Gottes mit Ewigem Leben belohnt wird.

Johannes 5,24
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.

Glaube aus der Verkündigung

Im zweiten Korinther-Brief wird Glaube mit der Verkündigung des Evangeliums – also mit der Heilsbotschaft durch das Erlösungswerk des Herrn Jesus Christus – in Verbindung gebracht. Annahme oder Ablehnung zieht folgenschwere Konsequenzen nach sich. Ersteren wird der Herr Jesus Christus aufleuchten, letzteren bleiben die Sinne verblendet, weswegen Unglaube mit der zerstörerischen Macht der satanischen Finsternis beantwortet wird und dem Ungläubigen das helle Licht des Evangeliums nicht aufleuchtet. Andernfalls wirkt die Verkündigung des Wortes Gottes Glaube, nämlich dort, wo der Same auf das gute Erdreich fällt. Das sind jene Menschen, die das Wort gehört haben und in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in standhaftem Ausharren (Vergl. Luk 8,15). Zur Erinnerung: Glaube ist untrennbar mit Herzenshaltung verbunden, denn mit dem Herzen glaubt man, wie uns Paulus im Römer-Brief zu verstehen gibt (Röm 10,10).     

2. Korinther 4,3-6
Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; 4 bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit [Satan] die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. 5 Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen.
6 Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.

Römer 10,17
Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Glaube und Bekenntnis

Wahrhaftiger Glaube äußert sich schließlich nicht nur durch Bewahrung des Wortes Gottes im Herzen, sondern auch durch Bekenntnis. Dieses erfolgt durch den Mund und schlussendlich symbolisch durch die Glaubenstaufe als öffentliche Beglaubigung. Sie ist Ausdruck der inneren Wirklichkeit des Gläubigen. Zwar hat das Ritual der Taufe an und für sich noch keinen rettenden Charakter, dennoch ist sie für einen gläubig gewordenen Menschen ein wichtiges Zeichen der Hingabe, auf den Namen Jesus Christus zur Vergebung der Sünden getauft zu werden.  

Römer 10,10
Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden;

Epheser 4,5
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe

In Bezug auf das Bekenntnis zu Christus gibt uns das Wort Gottes unmissverständlich zu verstehen, dass sich der Herr Jesus Christus als Fürsprecher und Mittler zwischen Gott und Menschen zu all jenen bekennen wird, die sich zu ihm bekennen.

Matthäus 10,32
Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel 

Gebet und Glaube

Das Gebet lässt sich als glaubensvoller Umgang eines abhängigen Menschen mit Gott umschreiben. Es ist ein von Gott geschaffenes Vorrecht, um Anliegen vor Gott kundwerden zu lassen. In diesem Sinne bestärkt uns der Herr Jesus Christus zu glauben, dass wir das Erbetene auch empfangen würden. Folglich würde es uns auch zuteil werden.

Markus 11,24
Darum sage ich euch: Alles, was ihr auch immer im Gebet erbittet, glaubt, daß ihr es empfangt, so wird es euch zuteil werden!

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