Die Taufe

Was sagt die Bibel darüber?

Die Taufe ist gewiss ein besonderes Ereignis für jeden Täufling. Alleine schon deshalb sollte Sinn und Zweck der Taufe erkannt werden und Klarheit hierüber bestehen – dies insbesondere, da sich Taufpraxen verschiedener Konfessionen erheblich voneinander unterscheiden können. Aber was verrät uns die Bibel über die Taufe? Was steckt hinter dem Taufritual und was bezweckt die Taufe eigentlich? Gibt es einen vorgegebenen Ritus?

Mit der Taufe ist prinzipiell das zeichenhafte Untertauchen in Wasser (Wassertaufe) gemeint. Das griechische Wort, das hierfür verwendet wird, lautet baptismadas soviel wie eintauchen, untertauchen oder versenken bedeutet.

In der Heiligen Schrift erfahren wir im Prinzip von zwei Taufen:

Die Wassertaufe des `Johannes der Täufer´
– Die Christliche Taufe

Die Christliche Taufe ist gegliedert in die Wassertaufe auf den Namen des Herrn Jesus Christus und die Geistestaufe mit Heiligem Geist.

Beide Taufen stehen überleitend in Zusammenhang, da ja Johannes der Täufer als der von Gott auserwählte Wegbereiter des Herrn Jesus Christus gilt (Vergl. Jes 40,3). Im folgenden die Unterschiede und Merkmale beider Taufen:

Die Taufe durch Johannes den Täufer

Johannes der Täufer hat die „Taufe zur Buße“ in Israel eingeführt und praktiziert. Das Untertauchen im Wasser ist als Zeichen des Gesinnungswandels und der Herzensumkehr zu verstehen. Mit der Taufe des Johannes wurde gleichzeitig die „Gute Botschaft von der Erlösung“ durch den nahenden Herrn Jesus Christus eingeleitet. Es ist durchaus davon auszugehen, dass die zur Umkehr bewegten Juden verständige Personen und somit keine (Klein)Kinder, sondern Erwachsene waren. Johannes forderte die Mengen auf, „der Buße würdige Frucht“ zu bringen (Mat 3,8; Luk 3,8). Er taufte während sie „ihre Sünden bekannten“ (Mat 3,6). Er ermahnte die Menschen, an den zu glauben, der nach ihm kommen würde, nämlich an den Erlöser und Sohn des Höchsten, Jesus Christus.

Matthäus 3,8
So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!

Alttestamentliche Prophezeiung auf Johannes dem Täufer hin

Im Prophetenbuch Jesaja wird Johannes der Täufer ca. 700 Jahre vor seiner Berufung als Wegbereiter des Herrn angekündigt. Die Erfüllung der Prophezeiung findet sich in den Evangelien, so beispielsweise im Lukas Evangelium:

Jesaja 40, 3
Die Stimme eines Rufenden [Verkündigers] [ertönt]: In der Wüste bereitet den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott!

Lukas 3, 3-6
Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, 4 wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja, der spricht: »Die Stimme eines Rufenden [ertönt] in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben! 5 Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme soll gerade und die holprigen Wege eben werden; 6 und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.«

Im Prophetenbuch Maleachi (Maleachi bedeutet „Mein Bote“ oder „Bote des Herrn“ ca 435–400 v Chr.) finden wir nachstehende Vorhersage zu Johannes dem Täufer; im Anschluss daran die Erfüllung der Prophezeiung im Matthäus Evangelium.

Maleachi 3,1
Siehe, ich sende meinen Boten,[1] der vor mir her den Weg bereiten soll; und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt! spricht der Herr der Heerscharen.


Matthäus 11,7-14  

Vers 10
Denn dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten soll«.

Der gottesfürchtige jüdische Überrest nahm durch die Taufe des Johannes einen besonderen Platz ein, wodurch er sich vom übrigen Volk trennte und nunmehr das Kommen des Messias in Niedrigkeit erwartete. Er richtete sich selbst und reinigte sich von dem sündigen Zustand des Volkes. 

Johannes der Täufer kündigt Jesus Christus an. Dieser wird mit Heiligem Geist und Feuer taufen.

Lukas 3, 15-17
Da aber das Volk in Erwartung stand und alle in ihren Herzen sich wegen Johannes fragten, ob er vielleicht der Christus sei, 16 antwortete Johannes allen und sprach: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm seinen Schuhriemen zu lösen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. 17 Er hat die Worfschaufel in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen!

Die Christliche Taufe

– Die Wassertaufe auf den Namen des Herrn Jesus Christus 
– Die Geistestaufe mit Heiligem Geist

Die Wassertaufe auf den Namen des Herrn Jesus Christus zur Vergebung der Sünden

In der neutestamentlichen Gemeinde werden alle, die an Jesus Christus gläubig geworden sind, mit Wasser auf den Namen Jesus Christus zur Vergebung der Sünden getauft. Hierbei sollte man verstehen, dass die Taufe zur Vergebung der Sünden erst nach Jesu Tod und Auferstehung, also nachdem das Erlösungswerk vollbracht worden war, vollzogen wurde. Zum weiteren Verständnis: Während des Dienstes des Herrn Jesus Christus wurden einige Jünger auf Ihn als den Messias getauft (vor dem Opfertod, Vergl. Joh 4,1).

Matthäus 28, 19-20
So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker [Heidenvölker], und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Die Geistestaufe mit Heiligem Geist

Die Christliche Taufe wird zwar als Wassertaufe durchgeführt, wird jedoch im Hinblick auf den Empfang des „Heiligen Geistes“ verkündigt. Durch die Geistestaufe mit „Heiligem Geist“ vereinigt Jesus Christus jeden gläubig gewordenen Menschen geistlich mit sich und fügt ihn in seinen Leib auf der Erde ein (Leib Chrisi = Ekklesia/Gemeinde).

Johannes 1,32-34
Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit Heiligem Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist.


1. Korinther 12-13

Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.

Die Einheit des Geistes wird im Epheser-Brief treffend mit „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ wiedergegeben. (Epheser 4,5)

Die Wassertaufe ist Symbolhandlung, sie ist kein Sakrament und hat keine rettende Wirkung. Die Wassertaufe ist äußeres Sinnbild der inneren Wirklichkeit. Durch die Geistestaufe mit „Heiligem Geist“ vereinigt Jesus Christus jeden Gläubiggewordenen geistlich mit sich. Er wird gleichsam geistlich versiegelt. Hierdurch wird dem Gläubigen durch die Gnade Gottes Erlösung und Errettung zugesichert.

Die Taufe versetzt den Gläubigen fortan in die Stellung christlicher Verantwortlichkeit, damit auch er sozusagen in Neuheit des Lebens wandelt. Insofern wird der angehende Täufling seinen Entschluss, sich taufen zu lassen, im Glauben an Gott und sein Erlösungswerk durch Jesus Christus und im Einklang mit Gottes Geboten fassen. In diesem Sinn lässt sich auch die oben erwähnte innere Wirklichkeit beschreiben.

Apostelgeschichte 2, 38
Petrus aber [sprach] zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Apostelgeschichte 11,16
Ich gedachte aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden.

Vorschattungen der Wassertaufe

Die Wüstenwanderung des Volkes Israel durch das Meer

1. Korinther 10,1-4 / Vers 11
Ich will aber nicht, meine Brüder, daß ihr außer acht laßt, daß unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durch das Meer hindurchgegangen sind. 2 Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer, 3 und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken; 4 denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.

Vers 11
Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung [Belehrung / Ermahnung zur Umkehrfür uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist. 12 Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle!

Die weltweite Sintflut in den Tagen Noahs

1. Petr 3, 18-21
Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, 19 in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, 20 die vor Zeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser, 21 welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn [entsprechendes Bild/Gegebild] rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis.

Einige zusätzliche Antworten zu häufig gestellten Fragen:

Was sagt die Bibel über die Kindstaufe?
Eine Kindstaufe oder Babytaufe lässt sich aus der Bibel nicht ableiten. Grundsätzlich ist die Taufe als „Glaubenstaufe“ zu verstehen. Diese setzt jedoch ein gewisses Maß an Erkenntnis und Verständnis voraus. Der Täufling trifft also eine konkrete und bewusste Entscheidung und ist sich der damit verbundenen Konsequenzen bewusst.

Wer tauft eigentlich?
Gemäß der Bibel Gläubige, zumeist erfahrene gottesfürchtige Älteste. Die Taufe ist jedoch nicht Privilegierten (z.B. Priestern) vorbehalten. Sie ist auch nicht unmittelbar Aufgabe der Gemeinde, sondern wird von einzelnen Personen durchgeführt.

Wo und wie wird getauft?
Überall dort, wo man völlig im Wasser untertauchen kann (Meer, See, Fluss, Becken…)

Wird man als Christ auf eine Konfession oder Denomination hin getauft?
Nein, ein Christ wird auf den Namen Jesus Christus im Namen des Vaters, des Sohnes und Heiligen Geistes getauft. Mit der Taufe ist der Gläubige bekennender Christ und Nachfolger Jesu Christi in biblischem Sinne. Konfessionen und Denominationen sind menschengemachte Einrichtungen.

Wann sollte ich mich taufen lassen?
Dies ist eine rein persönliche Entscheidung. Sie steht jedoch immer auch in Zusammenhang mit der oben beschriebenen inneren Wirklichkeit.

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